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Berufliches Gymnasium - Gesundheit und Soziales -



Projektarbeitspräsentationen: Erfolgreiche Vorbereitung auf das Studium nach dem Abitur

Vom 7. bis zum 9.Mai 2018 fanden die Projektpräsentationen der diesjährigen Projektgruppen statt. Nach wochenlanger Vorbereitung war es nun soweit: Die Projektteams konnten ihre Arbeiten und ihr Handlungsprodukt der Schülerschaft präsentieren.

Viele sehr interessante Präsentationen konnte ich besuchen, weshalb ich nun meine persönlichen Höhepunkte übersichtlich darstellen werde.

 

Warum noch lesen? Ein kritischer Vergleich zwischen Buch und Film

Die Projektgruppe um Fenja Thielke, Leon Kröger, Marie Waßmann und Luca Hadersdorfer widmete sich der Frage: „Warum noch lesen? Ein kritischer Vergleich zwischen Buch und Film“. In Betreuung von Frau Kreft analysierten sie den Jugendroman von Wolfgang Herrndorf mit dem Titel „Tschick“. Der unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnete Roman thematisiert eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem 14-Jährigen und einem jugendlichen Spätaussiedler aus Russland. Grundsätzlich sehen wir uns mit einer stetig wachsenden Abstinenz gegenüber Literatur konfrontiert, wohingegen das Interesse am Medium Film konstant steigt.

Im Rahmen dieser Projektarbeit haben die Verantwortlichen versucht, den Schülern das Thema Lesen näher zu bringen und ein prominentes Beispiel präsentiert, welches sich allein in Deutschland bis September 2016 mehr als zwei Millionen Mal verkauft hatte. Der gleichnamige Film unter der Regie von Fatih Akin wurde der Fachkritik nach als „das perfekte Roadmovie“ (Spiegel Online) betitelt und sei laut Die Zeit „glaubwürdig“ gestaltet worden. Die Intention der Projektgruppe war es, junge Leute, insbesondere Schüler, zum Lesen zu motivieren und sich eher dem Buch in all seiner Komplexität zu widmen als dem meist sehr flachen und von der eigenen Vorstellung abweichenden Film seine Aufmerksamkeit zu schenken.

 

Sylvia Plath und Ted Hughes – ein literarisches Gespräch

Sylvia Plath war eine amerikanische Schriftstellerin, die sich vorrangig der Lyrik verschrieben hatte. Aber auch Kurzgeschichten und Prosa gehörten zu ihrem Repertoire. In vielen ihrer literarischen und lyrischen Werke lassen sich autobiographische Züge erkennen. Der große Erfolg blieb zu Lebzeiten aus. Erst postum wurde ihr Leben und ihr früher Tod durch Suizid Gegenstand von öffentlichem Interesse. Ted Hughes war ein englischer Lyriker und Literat, der erfolgreich sein Studium der englischen Literatur, später auch der Archäologie und Anthropologie an der Universität Cambridge abschloss. Bereits während seines Studiums traf er auf Feiern auf die damals noch unbekannte Schriftstellerin Sylvia Plath. Eine turbulente Liebesbeziehung deutete sich bereits damals an – Gerüchten zufolge soll Sylvia Ted in die Wange gebissen haben. Nach ihrer Hochzeit 1956 zogen beide zuerst nach Massachusetts, wo Ted an der dortigen Universität Englisch und kreatives Schreiben lehrte, bis das Ehepaar mit den beiden Kindern Frieda Rebecca und Nicholas Farrar 1959 nach London zogen. Seit bereits ein paar Jahren litt Sylvia Plath an Depressionen und zerbrach letztendlich an der Tatsache, dass Ted Hughes eine Affäre mit einer anderen Frau begann. 1963 verstarb Sylvia Plath nach einem Suizidversuch in London.

Die Projektgruppe um Hannah Evers, Lydia Hentrop, Dana Krebs und Selen Bulut gestalteten im Rahmen ihrer Projektarbeit unter Anleitung von Frau Dr. Schmitt ein literarisches Gespräch der beiden Literaten und Lyriker. Viele Gedichte und lyrische Entwürfe der beiden thematisieren ihre gemeinsame Beziehung. Verse und einzelne Strophen wurden von den Schülern so zueinander ergänzt, dass sich daraus ein Gespräch formen lies. Dieses wurde aufgezeichnet und als audieller Beitrag der Schülerschaft präsentiert.

 

Die Sprache der Politik

Die Bundestagswahl am 24. September 2017 formte den 19. Bundestag der Bundesrepublik Deutschland nachhaltig anders als viele Jahre zuvor. Erstmals findet sich die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) unter den Parlamentariern wieder.

Die Projektgruppe bestehend aus Susan Spick, Sara Alshamari, Melis Ciplak und Morteza Malaeke widmete sich aus diesem Anlass unter Anleitung von Frau Zindel dem Thema „Sprache der Politik“. Besonders der aggressive Wahlkampf der AfD in Bild, Wort und Ton veranlasste die Gruppe dazu, Bilanz zu ziehen und die unterschiedlichen Parteien hinsichtlich der Wortwahl und der Sprachgestaltung zu vergleichen und gegenüber zu stellen. Die Gruppe befragte Schülerinnen und Schüler der Alice-Salomon-Schule in kleinen Interviews, um in Erfahrung zu bringen, inwieweit sich die Jungwähler oder die zukünftigen Wähler im Klaren darüber sind, ob und wenn ja wie sie durch Wortwahl, Metaphern oder Beispiele und Hyperbeln der einzelnen Wahlkampfslogans beeinflusst werden. Auch kamen die Schülerinnen und Schüler auf Vergleiche zwischen den vier größten Parteien (Union, SPD, AfD, und FDP) zu sprechen. Am Ende wurden die Rezipienten der Präsentation in verschiedene Gruppen aufgeteilt und mit anderen Plakaten der vier stärksten Parteien konfrontiert. An der Tafel wurden verschiedene stilistische Merkmale der großen Parteien gesammelt und verglichen.

 

Kann denn Liebe Sünde sein? – Homosexualität in den Religionen

Herr Kroggel betreute die Projektgruppe um Lysann Gross, Tamina Trautmann und Albina Samofal, die sich der Frage gewidmet hatte, ob denn Liebe Sünde sein könne, und sich im Rahmen dieser Thematik die Haltungen der Religionen Christentum, Islam und Buddhismus angesehen und verglichen haben. Ihr Handlungsprodukt bestand aus einem Film, in welchem sich eine junge Frau die Frage stellte, wie sich die großen Weltreligionen zum Thema Homosexualität und der Vereinbarkeit von Glaube und sexueller Orientierung positionieren würden. Nach Recherchearbeiten in einer Bibliothek, die aber sehr ernüchternd und nicht sonderlich erfolgreich verliefen, stellte die Projektgruppe verschiedenen Religionsvertretern Fragen zur Homosexualität in ihrer Religion und zur Vereinbarkeit von sexueller Orientierung und dem Glauben.

Da seit dem 10. Oktober 2017 die Eheschließung zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern erlaubt ist, ist rein juristisch der Weg frei für gleichgeschlechtliche Ehen. Das Christentum teilt sich seit der Reformation in zwei Konfessionen auf: Die Protestanten und die Katholiken. Die evangelische Kirche Deutschland (EKD) sieht zwar den Sinn der Sexualität im Zeugen von Kindern, doch ist es auch so, dass Liebe zueinander, Fürsorge miteinander und Verantwortung in der Beziehung wichtige Grundsätze darstellen. Eheschließungen sind somit erlaubt, es sei denn, der Pfarrer/in lehnt den Segen aus Gewissensgründen ab. Nach der offiziellen Meinung der katholischen Kirche ist Homosexualität als Sünde zu bewerten, auch wenn beispielsweise Papst Franziskus sich um eine stärkere Toleranz bemüht. Gleichgeschlechtliche Ehen werden von der katholischen Kirche abgelehnt und auch Ämter wie Priester oder Bischof dürfen Homosexuelle nicht ausüben. Der Islam stützt sich in seinen Traditionen auf den Koran als ihr heiliges Buch. Zwar sagt der Koran in keiner Sure eindeutig, dass Homosexualität verboten ist, dennoch glauben viele Muslime, dass homosexuelle Beziehungen als Sünde zu sehen sind. Hochzeiten zwischen homosexuellen Paaren finden im Islam nicht statt. Lange Zeit galt auch im Buddhismus die Sexualität lediglich als Zweck zur Gründung einer Familie, doch mittlerweile sehen die Homosexualität viele Buddhisten gelassen. Gleichgeschlechtliche Liebe wird vielerorts akzeptiert und toleriert. Heiraten dürfen gleichgeschlechtliche Paare zwar, doch befinden sich die homosexuellen Paaren in einer Lebenspartnerschaft, die Ehe gilt immer noch als Bund zwischen Mann und Frau mit Ziel, im Rahmen ihrer Sexualität Kinder zu zeugen.

Die Interviews haben gezeigt, dass oftmals die Akzeptanz von Homosexuellen davon abhängt, in welcher Strömung ihres Glaubens sie sich befinden. Zwar lehnt die katholische Kirche gleichgeschlechtliche Ehen ab, toleriert aber das Zusammenleben, wohingegen viele Muslime selbst eine Partnerschaft Homosexueller als Sünde betrachten.

 

Flucht und Vertreibung 1945 und heute

Meine Projektgruppe, bestehend aus Isabelle Crisandt, Pia Bornstedt, Leonie Schreiber und mir, Kilian Richter, hat sich unter Anleitung von Frau Dr. Wilts dem Thema Flucht und Vertreibung 1945 und heute gewidmet. Flucht und Vertreibung sind uns heute in Deutschland gegenwärtiger denn je. Seit 2015 erleben wir unter anderem im Zusammenhang mit dem Syrienkonflikt eine Flüchtlingswelle in Ausmaßen wie seit den frühen neunziger Jahren nicht mehr. Seit 2015 haben etwa 1,44 Millionen Menschen einen Asylantrag in Deutschland gestellt. Davon waren rund 1,36 Millionen Anträge sogenannte Erstanträge.

Wir erleben in Deutschland einen zunehmenden Rechtsruck in der politischen Parteienlandschaft, aber auch in der Gesellschaft. Die Bundestagswahlen haben diesen Eindruck bestätigen können, da die rechtspopulistische und offensiv rassistische AfD 12,6% der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen konnte. Aber nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa nehmen wir einen grundsätzlichen Tenor des Fremdenhasses und der Ablehnung Geflüchteter war. Bei der ganzen Ablehnung und dem unbegründeten, ungebändigten Hass auf Ausländer und Geflüchtete stellten wir uns die Frage, ob die Menschen ihre eigene Geschichte und die Schicksale ihrer Mütter und Väter oder ihrer Großeltern verdrängt oder vergessen haben. Grundloser Hass und Ablehnung von geflüchteten Männer, Frauen und Kindern lässt uns nicht unberührt. Wir hatten uns als Ziel gesetzt , eine Sensibilisierung der Gesellschaft zu erreichen, indem wir Flüchtlinge von damals und Flüchtlinge von heute exemplarisch gegenüberstellen, um somit die nur minimalen Unterschiede deutlich zu machen.

Unser Handlungsprodukt war ein informativer Radiobeitrag, in welchem wir mit Flüchtlingen von heute und von damals über ihre Beweggründe sprechen konnten, weshalb sie ihre Heimat verlassen haben und welche Gefahren ihnen auf der Flucht begegnet sind. Wir konnten feststellen, dass sich die Wünsche und Hoffnungen sehr ähneln und das Leid, heute wie damals, den Alltag der Geflüchteten über Wochen geprägt hat. Wir haben mit Flüchtlingen aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches und aus Afghanistan gesprochen.

Wir als Projektgruppe hoffen, dass sich mithilfe unserer Projektarbeit die grundsätzliche Einstellung gegenüber Geflüchteten ändert und dass das Vergessen von Schicksalen des eigenen Volkes und sogar der eigenen Familie endet, sodass sich eine gesunde Erinernungsgesellschaft ausbildet, die zwar nicht mehr direkt von Krieg, Hass und Gewalt betroffen ist, sich aber ihrer Vergangenheit bewusst ist.

Wir, das Projektteam Geschichte, hoffen, dass sich die Mündigkeit der Gesellschaft langsam wieder ausbilden wird und dass wieder begonnen wird, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Hass, Terror und Gewalt sind keine Lösung – niemals! Wir sahen es in unserer Pflicht eines mündigen Bürgers/einer mündigen Bürgerin, zu erinnern, um der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten und den Menschen die Vergangenheit ihrer Eltern und Großeltern bewusst zu machen und zu erinnern.

Die größte Tat ist das Erinnern!

Kilian Richter, BGY 12



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