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Fachschule Sozialpädagogik



Angehende Erzieherinnen und Erzieher machen sich auf den Weg:

Praktische Ausbildung in Barcelona

In einem unbekannten Land, vor gar nicht allzu langer Zeit...

Die Aufregung war groß im FSS1-Jahrgang (Fachschule Sozialpädagogik) der Alice-Salomon-Schule Hannover, als das Gerücht die Runde machte, dass es für das Praxismodul im Sommer 2015 eine neue Kooperation mit einem spanischen Kindergarten gebe. Kurze Zeit später bestätigte Frau Schmidt innerhalb der Klassen offiziell, dass es vier Praktikumsplätze im Kindergarten ''Kinder - Espai infantil i familiar'' in Barcelona geben würde und jeder Interessierte ein Motivationsschreiben zu verfassen hätte, aus dem hervorgehen sollte, warum ausgerechnet sie/er einen dieser Plätze haben wolle.

25 Schülerinnen und Schüler hatten sich beworben und somit hatten Frau Schmidt und Frau Pommerien einige Arbeit, die Bewerbungen zu sichten. Am Ende hatten wir vier (Annika, Claire, Dimitri und Kristin) uns mit Hilfe überzeugender Motivationsschreiben und etwas Glück (zuletzt musste gelost werden) gegen die anderen Mitbewerberinnen und Mitbewerber ''durchsetzen'' können.

In der folgenden Zeit gab es mehrere Vorbereitungstreffen mit Frau Schmidt, in denen sie uns über die weiteren Formalitäten und Projektinhalte aufklärte. Unter anderem informierte sie uns, dass unser Auslandspraktikum durch das ERASMUS+ Mobilitätsprojekt gefördert wird, wodurch die Hauptkosten (wie Flug, Unterkunft und Versicherung) durch das zur Verfügung gestellte Stipendium abgedeckt werden. Damit verbunden war auch eine Lernvereinbarung, die zwischen unserer Schule, der spanischen Kindertagesstätte und uns geschlossen wurde.


Fotoserie:


Unsere große Reise begann...

Am Sonntag, dem 21.06.2015, war es dann endlich so weit! Fünf Monate, nachdem wir von unserer Chance erfahren hatten, unser Praxismodul in Barcelona absolvieren zu dürfen, ging es nun tatsächlich los. Vor Ort mussten wir zunächst unsere Wohnung finden, um die Schlüssel in Empfang zu nehmen und uns häuslich einrichten zu können. Am nächsten Morgen hatten wir ein wenig Zeit, die Gegend zu erkunden, und haben letztlich die 4,5 Kilometer zur Einrichtung quer durch Barcelona (eine bis dato für uns gänzlich fremden Stadt) zu Fuß zurückgelegt, um uns mit Cheyanne, der Praxiskoordinatorin vor Ort, zu treffen. Auf dem Weg dorthin waren an nahezu jeder Kreuzung unsere quasi nicht-vorhandenen Spanischkenntnisse (zum Glück hatten wir eine kleine Vokabelsammlung bereitgestellt bekommen) sowie unsere Hände und Füße gefragt. An der Kita angekommen, teilte Cheyanne uns mit, in welchen Gruppen wir die nächsten sechs Wochen arbeiten würden (Annika in der Deutschgruppe; Claire in der Deutschgruppe und bei den Casals; Dimitri in der Englischgruppe; Kristin in der englischen Babygruppe) und stellte uns kurz unseren Anleiterinnen vor.

Unsere Gruppe und die anderen Kolleginnen und Kollegen (Erzieher, andere Auszubildende und FSJler verschiedenster Herkunft) lernten wir dann am nächsten Morgen kennen und von da an machten wir innerhalb unserer Gruppen ganz individuelle Erfahrungen.


Kein Tag und keine Gruppe war wie der/die andere!

Schon der Tagesablauf sah in jeder Gruppe anders aus: Manche gingen jeden Tag nach draußen, in einen der vielen Spielparks oder ins Museum zum kreativen Gestalten oder bekamen Besuch von einer Musikpädagogin; andere hielten sich eher in den jeweiligen Räumlichkeiten auf und beschäftigten sich dort. Unsere Aufgaben unterschieden sich ebenfalls, bedingt durch die entsprechenden Altersgruppen und die jeweiligen Tagesabläufe — die jüngeren Kinder benötigten beispielsweise mehr Zuwendung und Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben oder mussten gewickelt und gefüttert werden. Andernorts entfielen pflegerische oder auch hauswirtschaftliche Tätigkeiten fast gänzlich.

Was die Gruppen jedoch gemeinsam hatten, war der hohe Betreuungsschlüssel: Auf eine erwachsene Bezugsperson kamen gerade einmal drei Kinder.

Nach unserem Umzug am 1. Juli in unsere neue Wohnung, die in direkter Nachbarschaft der Kita lag, hatten wir (aufgrund des Wegfalls des langen Arbeitsweges) nun auch etwas mehr Zeit für uns und natürlich auch die Gelegenheit, die Stadt Barcelona mit ihren vielen Facetten und, beim gemeinsamen Feierabend am Strand, auch die anderen Praktikanten näher kennenzulernen und uns mit ihnen auszutauschen.

Inzwischen hatten wir uns in unseren Stammgruppen längst eingearbeitet und gaben unser Bestes, das internationale Team und den Gruppenalltag mit unserer Persönlichkeit und unseren individuellen Interessen und Stärken zu bereichern. Dabei war natürlich die Kommunikation ein bedeutender Faktor — nicht jeder in der Einrichtung konnte Englisch sprechen, auch die spanische und katalanische Sprache wurde nicht von jedem geteilt und Deutsch konnten, abgesehen von einer deutschen Gruppenleitungskraft, auch nur einzelne Praktikanten und die ''Freiwilligen''. So kamen auch hier wieder Mimik und Gestik zum Einsatz, wobei oftmals viel Geduld und gelegentlich auch mal ein Dolmetscher benötigt wurden (jeder sprach mindestens zwei der oben genannten Sprachen). In der letzten Woche, die unter dem Zeichen von ''Casal'' stand (sozusagen das Sommercamp), wurde im Gedächtnis auch schon mal nach Überbleibseln vom Schul-Französisch gesucht oder mal eben ein wenig Russisch gelernt, um den neuen Kindern (die aus anderen Einrichtungen dazukamen) muttersprachliche Inseln bereitzustellen und ihnen so die Eingewöhnung in der fremden Umgebung zu erleichtern.


Vielfältige Bereicherungen für unser weiteres Leben

Zusätzlich zu den fremdsprachlichen Fähigkeiten konnten wir aber auch unsere interkulturellen Kompetenzen weiter ausbauen. Aufgrund der Vielfalt der Herkunftsländer von Mitarbeitern und Familien haben wir neben der spanischen auch viele andere Kulturen (es waren Menschen aus Amerika, Argentinien, Bolivien, Kolumbien, Australien, Griechenland, Italien, Russland u.a. involviert) in Ansätzen kennenlernen können. Dabei war es interessant, das Verhalten der Kolleginnen und Kollegen, aber auch das der Kinder sowie das eigene Verhalten unter dem Gesichtspunkt des kulturellen Hintergrunds zu betrachten. Vor allem das Miteinander von Menschen dieser vielen verschiedenen Kulturen auf kleinstem Raum mitzuerleben und mit zu beeinflussen war eine spannende Herausforderung.

Bedeutsam war für uns außerdem der aktive Austausch mit den pädagogischen Fachkräften, insbesondere unseren Anleiterinnen innerhalb der Gruppe, die gemeinsam mit uns unser Handeln (auch vor dem Hintergrund kultureller und konzeptioneller Unterschiede) reflektierten und durch die wir mitunter auch andere Handlungsmethoden kennengelernt haben.

Im beruflichen Alltag dieser multikulturellen Einrichtung haben wir erlebt, dass diese Unterschiede (sowohl im pädagogischen Verhalten als auch dem Verhalten der Kinder verschiedener Länder/Kulturen) weder gut noch schlecht sein müssen, und im Einklang mit den Inhalten des berufsbezogenen Unterrichts unserer Fachschule sowohl kulturelle als auch interpersonelle Vielfalt praktisch erleben und als Bereicherung wahrnehmen können.

Im Zuge der Lernvereinbarung besuchten uns Frau Schmidt und Frau Pommerien gegen Ende des Praktikums in Barcelona, um sich einen Eindruck von unserer Lernumgebung zu verschaffen, uns im pädagogischen Alltag erleben zu können und sich mit unseren Anleiterinnen bezüglich unseres Engagements innerhalb der Gruppen und unseres Lernfortschritts zu unterhalten. Des Weiteren fand an einem der Nachmittage ein Fachgespräch statt, welches fester Bestandteil des Praxismoduls II der Erzieherausbildung an der ASBBS ist. Unter Berücksichtigung der besonderen Umstände wurde daraus eine vierstündige Rundtour durch Barcelona, während der wir unseren beiden Lehrkräften ausführlich von unseren Eindrücken berichten konnten.


Langer Rede kurzer Sinn

Nach einer anfänglichen Eingewöhnungszeit können wir sagen, dass wir eine sehr lehrreiche und absolut kostbare Zeit in Barcelona genießen durften. Denn auch mit den anfänglich scheinbar sehr fremden Eigenarten kamen wir nach einiger Zeit doch gut zurecht. Die Chance, neue und teilweise erste Erfahrungen im Ausland sammeln zu dürfen, haben wir genutzt und dankend angenommen.

Durch das (Zusammen-)Leben und Arbeiten in einer fremden Umgebung haben wir uns auf personaler, sozialer und pädagogischer Ebene weiterentwickeln können. Dabei haben sich uns aus diesen Erfahrungen neue Perspektiven eröffnet, aus denen wir Ziele für unser zukünftiges pädagogisches Handeln ableiten werden.

An dieser Stelle möchten wir uns auch noch einmal besonders herzlich bei Frau Schmidt bedanken, die diese Kooperation ins Leben gerufen, uns stets ein offenes Ohr geliehen und sich tatkräftig für uns eingesetzt hat. Und vielen Dank auch an Frau Pommerien, die uns während des Praxisbesuchs ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite stand und uns einige Anregungen für unsere weitere berufliche Zukunft mit auf den Weg gegeben hat.

Adios!

Vor Ort für euch waren: Annika, Claire, Dimitri und Kristin.

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