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Erziehungsberufe im Wandel der Zeit

Ein Bericht aus dem Unterrichtsalltag der Klasse FSS 1C (Fachschule Sozialpädagogik) -- auch aus aktuellem Anlass (Mai 2015)

Selten stand der Beruf der Erzieherin / des Erziehers so im Fokus der Öffentlichkeit wie in den letzten Wochen. Viele unserer zukünftigen Kolleginnen und Kollegen streiken derzeit für eine Einstufung in eine höhere Tarifklasse und damit verbunden für mehr Anerkennung und eine bessere Entlohnung dieser enorm wichtigen und anspruchsvollen Arbeit.

Inhaltlich geht es dabei unter anderem um die gestiegenen Anforderungen an die Be-schäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes, die gesellschaftliche Wahrnehmung der pädagogischen Arbeit und die bisher ausgebliebene Aufwertung der Berufsgruppe.


Berufsbezogener Unterricht trifft auf aktuelles Tagesgeschehen

Da passt es sich gut, dass wir uns im Rahmen des Unterrichtsmoduls »Berufsrolle und Berufsfeld« mit der Geschichte und den Arbeitsfeldern des Erzieher/-innen-Berufs auseinandersetzen. Zur Erarbeitung dieses Themas hatte Frau Stolze eine für uns bis dahin unbekannte Methode ausgewählt: den Marktstand. Ein Marktstand? Ja, auch wir hatten zunächst einige Fragezeichen über unseren Köpfen schweben und waren ein wenig skeptisch.

Entsprechend unseren Interessen ordneten wir uns folgenden Unterthemen zu: die Entwicklung der Kleinkinderziehung ab dem 19. Jahrhundert bis heute (unterteilt in drei Zeitabschnitte), die Sozialgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert (mit dem besonderen Schwerpunkt der sozialen Situation der Frau und der Lebenswelt von Kindern), die Arbeitsfelder Hort und Heimerziehung sowie die historische Entwicklung der Ausbildung der Erzieherin.

In den zwei folgenden Doppelstunden war es unsere Aufgabe, mit Hilfe des bereitgestellten Materials und eigener Literatur- und Internet-Recherche Informationen zu sammeln. Anschließend sollte daraus ein Informationsmarkt entstehen, bei dem jede Gruppe ihr Thema mittels visueller Unterstützung präsentieren sollte.

Tatsächlich sah es letzten Endes aus wie auf einem Wochenmarkt. Die Stände waren ansprechend arrangiert worden und überall luden »Attraktionen« zum Flanieren ein. Passend zur Marktatmosphäre war es, besonders anfangs, etwas lauter im Klassenraum, schließlich wollte jeder »Marktschreier« das wandernde Publikum bei sich haben und seine Informationen feilbieten, welche methodisch ganz unterschiedlich verpackt worden waren.

Obgleich der Zeitstrahl ein sehr beliebtes Mittel zur Visualisierung war, so waren sie doch alle sowohl optisch als auch funktional sehr unterschiedlich. Bei einem war alles lesebereit drapiert worden, sodass man sich selbst ein wenig mit der Sozialgeschichte vertraut machen und währenddessen natürlich mit den Standbesitzern ins Gespräch kommen konnte. Beim nächsten wanderte ein kleines Mädchen aus Papier den Zeitstrahl entlang und wurde dabei sprachlich durch die Geschichte der Heimerziehung begleitet. Ein weiterer Zeitstrahl veran-schaulichte die historische Entwicklung des Arbeitsfeldes der Hortnerin – dieser Zeitstrahl wies allerdings einige Lücken auf, die von den Schaulustigen geschlossen werden mussten.

Auch am Stand, der sich mit der Entwicklung nach 1945 beschäftigte, wurde einem nicht so-fort alles mundgerecht serviert – hier gab es anfangs nur Bilder aus verschiedenen Jahrzehnten. Die Besucher durften Vermutungen äußern, zu welcher pädagogischen Strömung die Fotos gehörten, und kamen mit den Marktbesitzern ins Gespräch, wobei diese natürlich Anregungen gaben und letztendlich Licht ins Dunkel brachten.

Über die Entwicklung der Kleinkinderziehung vom 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde mittels Flyer und kleinen Spielen informiert. Zum Abschluss gab es dann noch die Aufgabe, das neu dazugewonnene Wissen in einem Zuordnungsspiel zu testen.

Letztere Methode fand auch am Stand zur Ausbildung und dem Arbeitsauftrag der Kindergärtnerin Verwendung. Vorausgegangen war hier jedoch ein Interview mit – man glaubt es kaum – Alice Salomon, die über ihren Werdegang und ihr pädagogisches Bestreben berichtete (natürlich war das Interview nur nachgestellt).

Am letzten Stand wurde auf die veränderten Anforderungen des Erzieherberufes in den letzten 30 Jahren aufmerksam gemacht. Die Inhalte wurden hier durch Plakate, Flyer und eine Waage veranschaulicht, welche die gestiegenen Anforderungen und die geringe Entwicklung bei der Entlohnung einander gegenüberstellte.


Fazit des aktivierenden Marktstandes

In einer Abschlussreflexion tauschten wir uns im Klassenverband über unsere Erfahrungen, die wir mit dem Informationsmarkt gemacht haben, aus. Im Großen und Ganzen gab es bezüglich der Methode recht unterschiedliche Meinungen. Positiv hervorzuheben ist, dass innerhalb der Kleingruppen eine recht intensive Auseinandersetzung mit dem jeweils ausgewählten Thema stattgefunden hat. Außerdem waren wir uns darüber einig, dass die vielen verschiedenen Hilfsmittel zur Veranschaulichung zum Gelingen des Informationsmarktes beigetragen haben.

Auf der anderen Seite gab es aber wie immer natürlich auch Kritik. Zum einen wurde bemängelt, dass der Raum (im 3. Stock des Hauptgebäudes) zu wenig Platz bot, wodurch es etwas beengt und zeitweise vor allem auch sehr laut war. Auch über die Fülle an Informationen und die vergleichsweise knappe zeitliche Bemessung, welche dazu führte, dass nicht alle Inhalte erfasst werden konnten, waren sich die meisten Marktbesucher einig.

Dennoch haben wir einiges über den historischen Kontext unseres Berufs erfahren, was dabei hilft, die aktuellen Geschehnisse noch besser nachzuvollziehen und die Bedeutung der pädagogischen Arbeit in sozialpädagogischen Einrichtungen besser nach außen tragen zu können.


Dimitri Wilhelms und Jan Hendrik Hatje

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