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Exkursion in die MHH: Einblick in die Pathologie des Lungenkarzinoms

Am 24.06.2015 waren die Schülerinnen und Schüler der beiden Gesundheitskurse des 12. Jahrgangs des Beruflichen Gymnasiums dank der Initiative von Frau Zerhusen erneut zu Gast in der MHH: Sie erlebten abwechslungsreiche und von dem Pathologen Dr. med. Länger (OA Histopathologisches Labor) sowie dem Molekularpathologen Prof. Dr. rer. nat. U. Lehmann-Mühlenhoff sehr gut organisierte und informative Stunden zum Thema Lungenkarzinom — ein Unterricht der besonderen Art, der schon intensiv die Studentenluft schnuppern ließ. Einen guten Anlass für den Besuch in der MHH bot das aktuelle Halbjahresthema "Therapiemaßnahmen konzipieren — am Beispiel des Bronchialkarzinoms", das im Fach Gesundheit-Pflege unterrichtet wird.

Wir wurden zunächst von Dr. Länger in Empfang genommen und durften in einem Hörsaal im "Amphitheater-Stil" Platz nehmen, das heißt, dass dort die Zuhörerplätze aufsteigend und im Halbrund um den Dozenten herum angeordnet waren. Herr Dr. Länger hielt einen gut verständlichen PowerPoint-Vortrag, zunächst zu den Ursachen und Erscheinungsformen des Lungenkarzinoms, anschließend auch zur Molekularpathologie von Tumorerkrankungen. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler bereits einiges an Vorwissen einbringen: Welche Rolle spielt z. B. das p53-Gen in der Tumorgenese? Aber auch allgemeine Fragen waren interessant: Wie viel Prozent der Raucherinnen und Raucher erkranken tatsächlich irgendwann in ihrem Leben an Lungenkrebs? Und wie viele erkranken an einer Vielzahl anderer, z. T. lebensbedrohlicher Folgen des Rauchens? — Eine wichtige Erkenntnis war auch, dass Pathologie nicht mit Rechtsmedizin verwechselt werden sollte.

Nach der Vortragsphase gingen wir mit Dr. Länger in den Mikroskopierraum, wo bereits Objektträger mit normalen Zellen und im Vergleich dazu (Lungen)krebszellen vorbereitet waren. Alle hatten Gelegenheit, an einem eigenen Mikroskop-Platz die normalen und die malignen Zellen zu unterscheiden. Währenddessen hatte der andere Teil der Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich Schutzkittel und Handschuhe überzuziehen und einen nur wenige Stunden zuvor explantierten normalen Lungenflügel im Vergleich zu einer von Lungenkrebs befallenen Lungenhälfte zu untersuchen. 

Den abschließenden Höhepunkt der Exkursion stellte eine Führung durch die Laborräume des pathologischen Instituts dar. Den Schülerinnen und Schülern wurde gezeigt, wo die sogenannten Schnellschnittuntersuchungen vorgenommen werden und wie es dann im Normalfall weitergeht mit der präziseren Diagnostik. Einen Schwerpunkt im Laborbereich bildete auch die Frage, wie überhaupt die Präparate für die weitergehende Diagnostik ausgewählt und hergestellt werden.

Für Erstaunen sorgten die technischen Möglichkeiten der Diagnostik, so z. B. die Laser-Mikrodissektion zur gezielten Isolierung und Analyse von Krebszellen. Deutlich wurden beim Gang durchs Genlabor auch die enormen Fortschritte, die es bei der Entschlüsselung des Genoms von (Krebs)zellen gegeben hat, etwa durch Geräte wie die Personal Genome Machine, die die komplette Sequenzierung innerhalb weniger Stunden schafft — früher benötigte man dafür ein größeres Forscherteam, viele Geräte und mehrere Wochen Zeit.

Die Schülerinnen und Schüler der beiden Gesundheitskurse bekamen in vielfältiger Weise Impulse und Informationen dazu, wie fordernd und interessant ein Medizin-Studium sein kann und dass es aber auch weitere, weniger bekannte berufliche Perspektiven gibt, z. B. Biochemie und Bioinformatik.

Wir danken Dr. Länger und Professor Lehmann-Mühlenhoff vom Institut für Pathologie der Medizinischen Hochschule Hannover ausdrücklich für die Zeit und Mühe, die sie, noch vor Ende des Studiensemesters, für die Schülerinnen und Schüler unseres Beruflichen Gymnasiums erübrigen konnten!


Bericht und Fotos:
Dorothea Goller
(Fachlehrkraft Gesundheit-Pflege)  

 

 

 

 

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