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Fahrt der deutschen Delegation nach Çanakkale und Istanbul vom 06.05. – 14.05.2014 

Anfang Mai 2014 wurde der Türkeiaustausch zwischen der Alice-Salomon-Schule und der Universität Çanakkale fortgesetzt. Nachdem bereits im September vergangenen Jahres eine türkische Delegation von der Çanakkale-Onsekiz-Mart-Universität zu Gast in Hannover gewesen war, stand nun der Gegenbesuch in der Türkei an. Am Dienstag, 06.05., machten sich 13 Teilnehmer/-innen der Alice-Salomon-Schule (zukünftige Sozialassistenten/-innen und Erzieher/-innen) mit den Leiterinnen des Projekts, Claudia Pommerien und Amelie Ruff (ab 09.05. weiterhin die Schulleiterin Sabine Sahling), von Hannover-Langenhagen auf den Weg nach Çanakkale.

Mitten in der Nacht wurden wir nach einer eintägigen Anreise sehr herzlich von unseren Gastgeber/innen in Çanakkale, einer Universitäts- und Hafenstadt mit ca. 100.000 Einwohnern, empfangen. Für viele war es ein neues Kennenlernen, für andere ein glückliches Wiedersehen. Das sehr interessante und vielfältige Programm in der Türkei organisierten und begleiteten die beiden Hochschullehrenden Dr. Burçu Özdemir Beceren und Sedat Beceren. Wir erlebten ein sehr beeindruckendes Fachprogramm sowie ein kulturelles Programm mit vielen Sehenswürdigkeiten und historischen Hintergründen. Doch der Reihe nach…

Nach einer kurzen Nacht begann am Mittwoch, 07.05., das Programm mit dem Besuch der Universitätskindertagesstätte »Çocular Evi«. Die Leiterin Derya Deniz führte uns zunächst mit ihren Mitarbeiterinnen durch die Einrichtung. In vier Gruppenräumen gab es unterschiedliche Schwerpunkte sowie separate Funktionsräume: zum Beispiel einen Rollenspielraum, in dem sich die Kinder verkleiden können, einen Kreativraum oder eine große Halle für Bewegungsaktivitäten.

Im Unterschied zu einer deutschen Kindertagestätte haben die Fachkräfte in der Türkei für die Kinder einen sehr klaren Wochenplan. So haben die Kinder an bestimmten Tagen in der Woche bestimmte Fächer wie zum Beispiel Schach, Englisch, Sport, Kunst oder traditionelle Tänze. Jeder Funktionsbereich hat eine spezielle Fachkraft, die die Kinder in diesem Bereich betreut und fördert. — Weitere Informationen zu dem Besuch sind dem Bericht auf der Homepage der Kindertagesstätte zu entnehmen.

Der nächste Stopp war ein beeindruckender Rohbau der neuen Universitätskindertagesstätte. Alle waren sichtlich überwältigt von dem zukünftig größten Universitätskindergarten in der Türkei, in dem ab September diesen Jahres 350 Kinder betreut werden sollen. Über zwei Etagen verteilen sich viele Gruppenräume, Büros und noch mehr sanitäre Anlagen. Von oben betrachtet würde das Gebäude an ein Fußballstadion erinnern, denn das Gebäude umschließt einen sich in der Mitte befindenden Garten. Der Grund für diese spezielle Bauart ist der beständige Wind in Çanakkale. Denn hier, direkt am Mittelmeer, bläst der Wind das ganze Jahr über und die Kinder sollen somit von der Bauweise profitieren.

Weiter ging es an diesem Tag dann zur Universität in Çanakkale, wo wir in einem riesigen Saal offiziell von dem Direktor der Universität, Herrn Prof. Dr. Sedat Laçiner, empfangen und willkommen geheißen wurden. In einem kurzen Vortrag ging er auf die historische Bedeutung Çanakkales ein und stellte die besondere Beziehung zwischen Deutschland und Çanakkale dar. Er erklärte weiterhin, dass Deutschland in seiner pädagogischen und sozialen Arbeit ein großes Vorbild sei. Anschließend bedankte sich auch Frau Ruff für den herzlichen Empfang, hob die Bedeutung des Austauschs aus der Sicht der Alice-Salomon-Schule hervor und sprach ihren besonderen Dank an Dr. Burçu Özdemir Beceren und Sedat Beceren für die hervorragende Organisation des Programms aus. Weitere Informationen zu dem Empfang der deutschen Delegation in der Çanakkale-Onsekiz-Mart-Universität sind dem Bericht auf der Homepage der Universität zu entnehmen.

Das offizielle Tagesprogramm endete mit einem wunderbaren Essen unter freiem Himmel, das die Mitarbeiterinnen des Universitätskindergartens für uns ausrichteten. Verabschiedet wurden wir mit selbst hergestellten Gastgeschenken, worüber wir uns sehr gefreut haben.

Am Donnerstag, 08.05., waren wir zu Gast in dem »Çanakkale Koleji«, einer Privatschule mit Kindergarten in Çanakkale. In der Aula warteten schon viele Schülerinnen und Schüler, um uns zu begrüßen. Die Schule hatte ein Programm vorbereitet, an dem einige von uns spontan in deutsch-türkischen Teams an einem Quiz zum Thema »Deutsche Sprache« teilnahmen. Wir hatten sehr viel Spaß und konnten die Erfahrung mitnehmen, dass wir trotz sprachlicher Verständigungsprobleme gemeinsam etwas erreichen können.

Anschließend hatten wir die Möglichkeit, in Kleingruppen am Deutschunterricht einer 9. Klasse teilzunehmen. Nach dem Besuch der Schule schauten wir uns noch den dazugehörigen Kindergarten an, in dem wir durch die einzelnen Gruppen geführt wurden. Auch in diesem Kindergarten war ein deutlich strukturierter Tagesablauf erkennbar, so konnten wir zum Beispiel bei einer Englisch-Einheit zuschauen, in der ein Lied gesungen wurde. Mittags wurden wir zum Essen in die Schulkantine eingeladen, in der wir wieder einmal in den Genuss türkischer Spezialitäten kamen.

Zurück in der Innenstadt Çanakkales konnten wir in der Gesamtgruppe eine von dem Hochschullehrer Sedat Beceren geleitete Stadtführung genießen. Neben der Geschichte Trojas stand vor allem der Konflikt zwischen der Türkei und England und Frankreich während des Ersten Weltkriegs im Vordergrund, bei welchem Deutschland an türkischer Seite kämpfte. Çanakkale war durch die besondere Lage an den Dardanellen ein wichtiger Standort während des Krieges, wie wir von Sedat Beceren und durch den Besuch eines zum Museum umfunktionierten Marineschiffs lernten. Zum Abschluss des lehrreichen Tages tranken wir gemeinsam einen Çay (türkischer Tee) in einem am Hafen gelegenen Café. Hiermit war das offizielle Programm beendet. Dennoch entschieden sich im Anschluss die meisten dafür, auf eigene Faust den zweiten Teil der Stadt, welcher auf der anderen Seite der Dardanellen liegt, zu erkunden.

Am Freitag, 09.05., besuchten wir zwei weitere Kindertagesstätten. In dem Günışığı-Kindergarten, einer staatlichen Einrichtung, wurden wir von den Kindern mit einem traditionellen Volkstanz sehr herzlich begrüßt. Sehr interessant waren für uns die pädagogischen Ansätze in der Einrichtung, die Zusammensetzung eines multidisziplinären Teams sowie der Schwerpunkt „Elternarbeit“, der sowohl die Mütter als auch die Väter als Partner in der Begleitung der Kinder einbezieht. Beeindruckend war weiterhin der inklusive Ansatz in der Einrichtung. Verköstigt wurden wir mit einem reichhaltigen Büffet, zu dem die Eltern traditionelle Speisen beisteuerten. Sehr gerührt waren wir auch, dass wir alle kleine Gastgeschenke als Erinnerung überreicht bekamen. In einer weiteren Kindertagesstätte, dem Atatürk- Kindergarten, erhielten wir ebenfalls eine Führung mit Informationen zur pädagogischen Arbeit. Vor allem das Außengelände wurde uns nahegebracht und wir konnten diverse Spielgeräte und Spielfelder selbst erproben.

Ein kultureller Höhepunkt erwartete uns am Samstag, 10.05., mit der Fahrt nach Troja und Assos. Zusammen mit unseren türkischen Gastgebern sowie den deutschen und türkischen Leiter/innen des Projektes besuchte die gesamte Gruppe die Ausgrabungsstätte Troja. Der Hochschullehrer Sedat Beceren brachte uns viele Informationen rund um die spannende Geschichte und den Mythos von Troja näher. Viele von uns waren erstaunt, wie „klein“ Troja doch ist, da wir es uns wesentlich größer vorgestellt haben. Mit dem Besuch der antiken Stadt Assos erhielten wir einen weiteren Einblick in die vielfältige und interessante Vergangenheit des Landes.

Ein weiteres Highlight fand am Abend statt: Dr. Burçu Özdemir Beceren und Sedat hatten einen festlichen Galaabend in der Universität arrangiert. Nach einem köstlichen Dinner hoben sowohl der Dekan der Abteilung „Elementarpädagogik“ von der Çanakkale-Onsekiz-Mart-Universität als auch die Leiterin der Alice-Salomon-Schule, Frau Sahling, in ihren Reden die Bedeutung des Austauschprojektes hervor, das sowohl auf fachlicher Ebene als auch auf kultureller Ebene von beiden als ein voller Erfolg bezeichnet wurde. Dafür wurde ein sehr herzlicher Dank an die Hauptorganisatorin Dr. Burçu Özdemir Beceren ausgesprochen, was einen lang anhaltendem Applaus aller Teilnehmer/-innen nach sich zog. Es folgte eine Rede von Dr. Burçu Özdemir Beceren, in der sie sich ebenfalls sehr erfreut über den gelungenen Austausch äußerte. Alle waren sich einig, dass dieses erfolgreiche Austauschprojekt auf alle Fälle weitergeführt werden soll. Anschließend wurde allen türkischen und deutschen Teilnehmer/innen ein Zertifikat überreicht. Der Abend ging dann noch sehr gesellig und unterhaltsam mit türkischer Volksmusik weiter. Das gemeinsame Tanzen zu dieser schönen Musik verband alle Teilnehmer/innen auf besondere Weise miteinander.

Sonntag, 11.05.:
Ausflug zur Insel Bozcada An unserem letzten gemeinsamen Tag unternahmen wir einen Ausflug auf die Insel Bozcada. Auf Bozcada besichtigten wir einen Windenergie-Park, ließen es uns am Strand gutgehen und aßen gemeinsam in einem Strandrestaurant. Am Strand trauten sich, trotz Warnungen, dass das Wasser zu kalt sei, einige von uns deutschen Schülern ins Meer. Mit dem Universitätsbus wurden wir anschließend zurück zum Hafen Bozcadas gefahren. Von dort aus konnten wir dann selbstständig das kleine Städtchen der Insel erkunden. Romantische Gassen, eine große Burg-Festung, ein kleiner Basar und guter regionaler Wein waren prägend auf Bozcada. Dieser Ausflug war ein sehr schöner, entspannter Abschluss unserer Zeit in Çanakkale.

Am Montag, 12.05., hieß es dann nach einer sehr intensiven und ereignisreichen Zeit Abschied zu nehmen. Dieses fiel allen sichtlich schwer, da wir uns alle besser kennen gelernt haben und aus Fremden nun Freunde geworden sind. Sowohl die deutschen Gäste als auch die türkischen Gastgeber trugen Gedichte vor. Es folgte ein tränenreicher Abschied, bevor es auf die Fähre und dann in den Bus nach Istanbul ging.

Früh am Abend checkten wir dann in unser Hotel in Istanbul ein. Dieses liegt sehr zentral mitten in der Altstadt, so dass wir schon am ersten Abend zu Fuß zur „Galatabrücke“ gehen und einen ersten Eindruck von dieser Millionenmetropole im Lichtermeer gewinnen konnten.

Nun begann mit Dienstag, 13.05., der letzte Tag mit Programm und der erste richtige Tag in Istanbul. Nachdem wir alle gut gefrühstückt hatten, gingen wir zur nahe gelegenen „Hagia Sophia“. Die „Hagia Sophia“ war früher eine Kirche der Christen, später eine Moschee und heute ist sie ein Museum für Touristen. Dieses beeindruckende Weltkulturerbe steht seit dem Jahre 532 und ist, aufgrund der Vorgeschichte, eine wichtige Verbindung zwischen zwei großen Weltreligionen. Anschließend besichtigten wir die „Blaue Moschee“ (Sultanahmet Camii), die sich fast direkt gegenüber der „Hagia Sophia“ befindet. Sie zählt zu den bekanntesten Moscheen der Stadt. Bereits die Vorhöfe der Moschee beeindrucken durch ihre Größe. Im Innern dominieren die blauen Kacheln, der rote Teppich und die riesigen Leuchter, die von der Kuppel herabhängen. Aus einigen der 206 Fenster – viele von ihnen sind bunt verglast – schaut man auf das Marmarameer oder einen hübschen Moscheengarten.

Doch bald standen wir wieder draußen in der Hitze und machten uns langsam auf den Weg zu dem „Großen Basar“ in Istanbul. Hier bekam die Gruppe einige Stunden Freizeit, Zeit, die wir durchaus benötigten. Man stelle sich ein riesiges Gebäude vor, bestehend aus unzähligen Gassen und Gängen. Überall kleine Läden, die auf den ersten Blick alle das Gleiche verkaufen. Es gab unzählige interessante Dinge zu sehen und überall konnte man handeln, feste Preise gab es nicht. Die Zeit verging sehr schnell auf dem Basar und alle waren sehr geschafft vom Wetter und den vielen Eindrücken. Am Abend trafen sich Lehrkräfte und Schüler/-innen für eine erste Abschlussreflexion. Wir ließen die Zeit etwas Revue passieren und gaben an einigen Stellen Feedback. Sowohl Frau Ruff, Frau Pommerien und Frau Sahling als auch wir Schüler/-innen äußerten sich sehr zufrieden mit dem Austausch und der Reise in die Türkei. Alle haben die Zeit sehr genossen. Doch bald hieß es Abschied nehmen. Einige, die Lust hatten, machten noch am gleichen Abend eine kleine nächtliche Bootstour mit einer der großen Fähren über den Bosporus und ließen sich den Wind um die Ohren wehen. Somit endete der letzte ereignisreiche Tag unserer Türkeireise.

Mittwoch, 14.05 – Abfahrtstag
Der Abfahrtstag war sehr kurz. Bereits um 11:00 Uhr wurden wir von einem Bus am Hotel abgeholt, der uns direkt zum Flughafen bringen sollte. Nach dem Frühstück zogen viele von uns noch einmal los, um die letzten türkischen Lira auszugeben. Das meiste davon wurde wohl gegen Turkish Delight eingetauscht. Die Rückreise verlief einwandfrei. Ein schneller Transfer, kurze Wartezeiten beim Check-in und der Passkontrolle ließen uns entspannt ins Flugzeug einsteigen und einige Stunden später ebenso wieder aussteigen. Gemeinsam können wir nun auf eine sehr schöne Zeit zurückblicken, in der wir als Gruppe tolle und intensive Erfahrungen gesammelt haben, von denen wir noch lange profitieren werden.

Unser Dank geht an die super Organisation der deutschen und der türkischen Lehrerschaft, die uns einen großartigen Austausch ermöglicht haben. Insbesondere unsere Mitschüler/-innen mit deutsch-türkischen Sprachkenntnissen trugen mit ihrer Übersetzertätigkeit in vielen Situationen zum Erfolg dieses Austausches bei.

Teilnehmer/innen: Britta, Tim, Johanna (Redaktionsteam), Gizem, Sule, Isabell, Lynette, Felix, Anil, Helena, Bakan, Asrin, Ebru

Leiterinnen des Projektes: Claudia Pommerien, Amelie Ruff und Sabine Sahling (Schulleiterin)

Fotoserie (komplett):

 
 
 
 
 
 
 

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