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27. Januar 2020 – Holocaust-Gedenktag

Der Himmel war noch dunkel, der Morgen kalt und klar, als mehrere Lichter die beiden Pfade zum Eingang der Alice-Salomon-Schule erleuchteten. Dutzende Menschen standen am Rand des Weges, in den Händen hielten sie Kerzen. Die eintreffenden Schülerinnen und Schüler, die langsam an der Lichterkette vorbeigingen, auf den Eingang der Schule zu, wurden von dem Schein der Kerzen leicht erhellt. Auf dem Weg standen Namen mit dazugehörigen Lebensgeschichten geschrieben. Namen von Menschen, die den 75 Jahre zurückliegenden Holocaust nicht überlebten. Die Morgenstunden des 27. Januars, des Gedenktags an den Holocaust, wurden von der Erinnerung an diese Opfer erleuchtet. Die Schule wirkte an diesem Tag dunkler, stiller, nahezu andächtig.

Schon Monate zuvor hatten sich die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums über die Gestaltung des Holocaust-Gedenktages Gedanken gemacht und sind zu dem Entschluss gekommen, dass ein Erinnern durch Symbole und Geschichten den Menschen näher ist, das Herz mehr berührt als ein Informieren durch Fakten. Dazu passend das dazugehörige Motto des Gedenktages an der Alice-Salomon-Schule: „An gestern denken, um heute zu handeln – #WeRemember“.

Die Schüler waren sich einig, dass sich der Holocaust nicht wiederholen darf. Und um so etwas zu verhindern, muss sich erinnert, daraus gelernt und mit Vorurteilen aufgeräumt werden, um Diskriminierung jeder Art zu verhindern. 

Dieses Motto stand mit Kreide groß und klar geschrieben auf den Stufen hoch zur Eingangstür. Im Inneren der Schule war es an diesem Tag dunkler. Die Deckenlichter waren gelöscht, die Eingangshalle und Treppen nur von unzähligen Lichterketten erleuchtet.

An den Wänden und den Säulen hingen Pappen mit Gesichtern. Sie blickten direkt in die Menge der Schülerinnen und Schülern. Wieder Opfer des Holocaust, die diesen nicht überlebten, darunter ihre Lebensdaten. Auf der linken Seite des Eingangs wurde die große Tür zum linken Flügel des Schulgebäudes von vier Stellwänden versperrt. Diese bildeten einen Tunnel, der mit einer Lichterkette überdacht war. So drapiert musste jeder Schüler, der in den linken Teil der Schule wollte, durch diesen Durchgang gehen. Das Innere des vorderen Teils des Tunnels stellte das Leid des Holocaust dar – verhungernde Gefangene aus dem KZ und weinende Mütter. Das Ende des Tunnels stellte symbolisch Frieden und Hoffnung dar. Kategorien, die man bewahren muss. Am Ende stand man vor einer Wand, die groß die Demokratie als Mittelpunkt und als Sonnenlicht darstellte, jedoch umringt von Wolken, Tränen und Regentropfen, als Symbole für Personen und Parteien, die diese Demokratie zu bedrohen versuchen.

Überall in der Schule konnte man bedrückende, jedoch auch wahrheitsgetreue Zitate und Lebensläufe aus dieser schrecklichen Zeit wiederfinden, und jedes Mal wurden Lehrer und Schüler an die Bedeutung dieses Tages erinnert. 

Pünktlich um 10:35 Uhr ertönte der Gong der Stundenklingel, doch nicht wie sonst wurde danach weitergearbeitet, geübt und gelernt, sondern es erklang die Stimme eines Schülers und einer Schülerin, die ein Zitat von Anne Frank vorlasen: „Es ist ein Wunder, dass ich all meine Hoffnungen noch nicht aufgegeben habe, denn sie erscheinen absurd und unerfüllbar. Doch ich halte daran fest, trotz allem, weil ich noch stets an das Gute im Menschen glaube.“

Anschließend wurde eine Schweigeminute gehalten. Das gesamte Schulgebäude war vollkommen still. Es war so leise, als wäre das gesamte Gebäude plötzlich leer. Jeder war in eigene Gedanken vertieft, Gedanken an die Opfer des Holocaust.

Und als sich der Gedenktag dem Ende näherte, die Schülerinnen und Schüler das Schulgebäude verließen und nach Hause gingen, war die Devise, dass es gerade in Zeiten von wiederaufkeimendem nationalsozialistischen Gedankengut und der Tatsache, dass immer weniger Zeitzeugen von den Taten und Verbrechen im 3. Reich berichten können, unsere Aufgabe ist, sich zu erinnern, um ein solches Verbrechen nicht wieder zuzulassen.

#WeRemember. Eva Girmann (BGY12)

 

 

 

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