Fragen? Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Standort Kleefeld:
Kirchröder Str. 13
30625 Hannover
Tel: 0511 168-44301
verwaltung@asbbs.de

Standort Herrenhausen:
Herrenhäuser Str. 10
30419 Hannover
Tel: 0511 168-43868
zweigstelle@asbbs.de

Berufliches Gymnasium: Ein Zeitzeuge berichtet

Wir, die Geschichtskurse des 12. Jahrgangs des Beruflichen Gymnasiums, hatten am Mittwoch, den 31.05.2018, die Möglichkeit, an einem Zeitzeugengespräch teilzunehmen.

Im Rahmen unseres derzeitigen Unterrichtsthemas, welches unter anderem auch die Vertreibung der Juden und die anschließende Zeit ab der Gründung der DDR beinhaltet, besuchte uns Herr Hubert Peuker. Er berichtete uns aus seiner Jugendzeit, die er in der DDR verbrachte, und von seiner anschließenden Flucht. Herr Peuker wurde in Braunschweig geboren und zog anschließend mit seiner Familie nach Thüringen.

Mit 16 Jahren beschloss der junge Mann, dass das Leben, welches er derzeit im Osten führte, nicht das richtige für ihn war. Er begann, unauffällig Fotos von der Mauer und möglichen Fluchtorten in Berlin zu schießen. Dies erregte jedoch, trotz seines Versuches, die Kamera geschickt und unauffällig zu platzieren, Aufsehen. So geriet er in das Visier der zuständigen Polizei. Nachdem er diesen Zuständigen jedoch erklärte, dass er die Bevölkerung von der hohen Sicherheit überzeugen wolle, wurde er zwar freigelassen, er galt aber dennoch als verdächtig.

Für den Tag seiner Flucht wählte er einen Novembertag in der Ecke Bernauer Straße. Er wusste, dass sich auf der westlichen Seite der Mauer ein kleiner Kiosk befand. Er überkletterte die erste Mauer und gelang so in die sogenannte „Todeszone“. Während des Überquerens des Grenzbereiches bemerkte niemand von der Ostseite dieses. Erst als er den Westen erreichte, wurde Alarm ausgelöst. Das französische Militär hatte ihn beobachtet und die Polizei hinzugezogen. Erst in diesem Moment wurden die Beamten von der Ostseite auf den Flüchtling aufmerksam.

Er wurde daraufhin in ein Lager für geflüchtete Personen gebracht. Herr Peuker konnte im Westen bleiben, da ihn eine Familie bei sich aufgenommen hatte. Normalerweise hätte er aufgrund seiner Minderjährigkeit zurück gemusst.

Auch bei seinem Bruder entwickelte sich der Wunsch, den Osten zu verlassen. Mit einer Fluchtaktion, bei welcher sie den Tank eines VW Bullis aus- und umbauten, führten sie auch ihn über die Grenze. Bei dem Versuch, auch die Freundin des Bruders unbemerkt vom Osten in den Westen zu bringen, wurden sie jedoch an der Grenze erwischt und anschließend verhört. Peuker kam in ein Gefängnis, in dem sehr schlechte Bedingungen herrschten, und wurde erst nach 4 Jahren und 6 Monaten freigekauft.

Am Ende der Veranstaltung hatten wir noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Diese und auch die gesamte Veranstaltung halfen uns, ein größeres Verständnis für die damalige Situation zu bekommen sowie einen realitätsnahen Eindruck von dem Leben der DDR-Bürger zu gewinnen. Einige Schülerinnen und Schüler, die am Zeitzeugengespräch teilgenommen haben, hatten bei ihrer Reise nach Berlin im Rahmen eines Austausches eine Woche später sogar noch die Möglichkeit, den damaligen Ort des Geschehens im heutigen Zustand zu sehen.

Dana Krebs & Michelle Wiesek, BGY 12

zurück
Das könnte Sie auch interessieren

INFO

 




GEMEINSAM LERNEN
für Ihren beruflichen Erfolg:
Unsere Info-Broschüre als PDF
oder im WebView

Presse

Die Alice in der Zeitung:
» zum Pressespiegel

Alice

Eltern