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Ergo2_2018 Köln Klassenfahrt 28.10.-30.10.2019

Et kütt, wie et kütt..

Am Montag, den 28.10.2019, starteten wir unsere dreitägige ergotherapeutische Mission in die Weltstadt Köln. Ziel war neben dem Erkunden der Stadt natürlich auch das Stärken der Klassengemeinschaft und auf keinen Fall zu vergessen: der ergotherapeutische Schwerpunkt.

Nachdem zunächst demokratisch im Klassenverbund die Stadt unserer Exkursion bestimmt und sämtliche zu planenden Angelegenheiten delegiert wurden – darunter die wichtigsten Fragen wie „Wer geht denn mit wem auf ein Zimmer? Und was ist denn überhaupt mit der geschlechtlichen Minderheit, den Jungs?“ aber auch weniger nebensächliche Themen wie „Wie können wir den ergotherapeutischen Schwerpunkt einbinden?“ - warteten alle gespannt auf die Abreise.

Voller Aufregung und Vorfreude versammelten wir uns am Montag in aller Frühe am hannoverschen Bahnhof. Wir waren pünktlich, die deutsche Bahn leider nicht und so trafen wir mit geraumer Verspätung gegen Mittag in Köln ein. Nun hieß es: Schnell die Koffer im Hostel abgeben und husch husch, zurück zum Dom. Der Zeitplan war straff, sodass wir den geplanten Domaufstieg erst einmal aus dem Programm streichen mussten – was bei Nebel und eisigem Wind nicht bei jedem für Enttäuschung sorgte. Glück hatten wir aber mit der beginnenden Messe, die parallel zu unserer Dom-Besichtigung stattfand. So zündeten die einen in Gedenken an ihre Liebsten eine Kerze an, während die anderen den Klängen der Orgel lauschten und in der Atmosphäre des doch wirklich beeindruckenden Bauwerks versanken.

Im Anschluss daran stand das Mittagessen im Café InSide“, einem inklusiven Restaurant, auf dem Plan. Obwohl wir zuvor alle Wege recherchiert hatten, erwies sich die Navigation doch schwieriger als erwartet. Google Maps sowie diverse andere Navigations-Apps empfohlen stets unterschiedliche Wege und so gelangten wir nur mit Hilfe von Frau Flotho‘s Kölner Stadtplan und laut knurrenden Mägen an unser Ziel. Die Frage, warum man im Jahr 2019 noch einen Stadtplan bei sich habe, wäre also auch geklärt… Endlich angekommen überzeugte uns hier nicht nur der Charme des kleinen Restaurants mit den leckeren Speisen und Getränken, sondern auch die nette Dame, die uns mit wertvollen Informationen über die Philosophie des Cafés und dessen Gründung versorgte.

Zu gut gesättigt entschieden wir uns die nächste „Reiseroute“ mit der Bahn nochmal zu überdenken. Ein kleiner Verdauungsspaziergang täte allen gut und so marschierten wir bester Laune gemeinsam zum Schokoladenmuseum. In kleinen Gruppen lasen wir uns all die wertvollen Informationen über die Geschichte der Schokolade durch – man bemerke die Ironie an dieser Stelle. Vielleicht hätten wir uns in unserer Vorgehensweise schulischer orientieren sollen: Jeder Schüler liest eine Stellwand und stellt diese anschließend im Plenum vor. So wäre vermutlich doch mehr hängen geblieben, als in „Einzelarbeit“ mit Bergen von Text. Hängen geblieben sind jedoch so einige von uns am überdimensionalen Schokobrunnen und an der Produktionsstraße der hauseigenen Schokotäfelchen. Selbsterfahrung – hier im Sinne des Geschmackssinns – ist doch meist am interessantesten. Die Auskunft eines traurigen Kindes „Ich möchte jetzt auch mal drücken“ war wohl ein Kommentar, der uns in unsere Schranken gewiesen hat. So trafen wir uns alle schließlich wohl auf und ohne Magenverstimmung am späten Nachmittag am „Kunsthaus KAT 18“ für den nächsten Programmpunkt. Hier erhielten wir eine exklusive Führung durch das Atelier, in dem Künster*innen mit Behinderung an ihren Projekten arbeiten. Die Führung war super spannend und ermöglichte uns Eindrücke und Hintergründe, wie wir sie ohne Frau Hüper wohl nie erhalten hätten. Auch Frau Flotho war von den Projekten begeistert – wie sich an dem spontanen Kauf eines handbemalten Schweinchen-Tellers zeigte.

Gegen Abend kehrten wir schließlich bei einem Nobel-Italiener ein, für den im Vorfeld bereits kräftig die Werbetrommel gerührt wurde. Uns erwartete eine eingedeckte lange Tafel in einer schummrig-hippen Atmosphäre. So weit so gut. Bei einem Blick in die Speisekarte konnten sich allerdings diejenigen freuen, die sich am Nachmittag vor den Probierstationen im Schokoladenmuseum platziert und die Bäuche vollgeschlagen hatten. Unser leider doch begrenztes Schüler*innen-Budget sorgte dafür, dass sich die meisten eine Pizza teilten und heimlich ihr Wasser unter den Tischen nachfüllten. Hätte Knigge das gesehen, hätten wir wohl am nächsten Tag eine handgeschriebene Straf-Arbeit abgeben müssen: 100 x „Ich darf in einem Restaurant keine mitgebrachten Getränke nachfüllen.“. Zum Glück sind wir als Schüler*innen geübt darin, zu „schummeln“!

Die wirklich leckeren halben Pizzen erfüllten in Kombination mit lauter House-Musik jedoch ihren Zweck: Die Bettschwere setzte ein und wir verließen das Restaurant und beendeten unseren Abend im Hostel. Erschöpft, aber glücklich fielen uns schließlich die Augen zu.

Gestärkt vom reichhaltigen Frühstücksbuffett brachen wir am nächsten Morgen zu einem weiteren Programmpunkt auf: Erkundung der Altstadt. Aber nicht einfach nur so zu Fuß bei schönem Sonnenschein – denn das kann ja jeder – sondern mit Brille, per Straßenbahn und das auch noch zur Kaiserzeit. Im „TimeRide“ bekamen wir vorab viele Informationen zur Geschichte Kölns, die Krönung war aber ganz klar die anschließende VR-Straßenbahnfahrt. Erstmal eingestiegen in die Tram fuhren wir mit einem „echten“ Kölner Straßenbahnfahrer– also nicht ganz in echt - durch die Altstadt und erhielten Eindrücke vom früheren Köln.

Bewaffnet mit einem Kaffee-to-go ging es dann zielstrebig zum nächsten Punkt auf der Tagesordnung: dem Skulpturenpark. Bei strahlendem Sonnenschein vertraten wir uns auch hier wieder in Gruppen die Beine. Die einen waren inspiriert von den skurrilen Darstellungen und interpretierten die Kunstwerke - die anderen eher nicht und verließen den Park fluchtartig. Einig waren wir uns aber alle, dass das ein oder andere abstrakte Gebilde unter das Motto „Ist das Kunst oder kann das weg?“ fiel.

Den Nachmittag verbrachten wir dann in unseren Kleingruppen „zur freien Verfügung“, was in der Interpretation des weiblichen Geschlechts wohl so viel heißt wie „zum Shoppen“ und in der des männlichen Geschlechts „zum Essen“. Bewaffnet mit Tüten und Taschen trafen wir uns alle gegen 17:30 Uhr an einem echten Kölner Brauhaus zum Abendessen wieder. Ein super sympathischer Kellner mit typischer Kölner „Schnauze“ heizte uns mit seinen Sprüchen ganz schön ein, während wir auf unser Essen warteten. Während sich die meisten von uns bei der Speisenwahl eher traditionell orientierten, wählte der „Süßeste“ eine riesige Nachspeise.

Gut gelaunt und vollgefuttert verließen wir anschließend das Brauhaus, um den Abend beim gemeinsamen oder wohl eher rivalisierenden Kneipen-Quizz in einem irischen Pub ausklingen zu lassen. Nachdem wir spontan noch eine Reservierung für 22 Personen bekommen hatten und völlig abgehetzt im Pub eintrafen, erhielten wir die beglückende Information, dass das Ganze auf Englisch stattfinden würde. Kein Thema dachten wir uns – wir würden den anderen schon zeigen, wo der Frosch die Locken habe. Irrtum kann ich euch sagen! Pegel und Schwierigkeitsgrad der Fragen stiegen linear und wir Ergos wurden immer kleinlauter. Gelacht haben wir trotzdem jede Menge. Ich denke, ich muss nicht erwähnen, dass wir nicht gewonnen haben, oder? Wer weiß denn auch schon, wie die Flagge Sri-Lankas aussieht, oder wann der St. Patricks Day stattfindet?

Das Highlight war allerdings als uns eine Gruppe Fremder quizzte (als Synonym für: Versuch zu erraten, in welchem Kontext wir unterwegs seien). Als diese tatsächlich erfolgreich waren und unsere Gruppenkonstellation als „Aufsichtsperson mit Lernenden im sozialen Bereich“  errieten und dann auch noch das Lied „Time of my Life“ gespielt wurde, riss es einige von uns – mitten drin Frau Flotho – auf die Tanzfläche.

Das Lied wurde originalgetreu nachgetanzt und an dieser Stelle ist zu erwähnen, dass nur aus Platzgründen auf die Hebefigur verzichtet wurde – bereit gewesen wären wir!

Nachdem wir uns von unseren neuen Freunden, den Quizzern, verabschiedet hatten, begaben wir uns alle zurück ins Hostel, wo wir nach diesem ereignisreichen Abend in unseren wohlverdienten Schönheitsschlaf fielen.

Der nächste Morgen begann für einige von uns zu früh. Trotzdem hieß es nun: Koffer packen und ab damit in den Gepäckraum, damit wir unseren Abreisetag mit einem Abstecher ins Atelier Artig beginnen konnten. Auch hier erhielten wir exklusive Einblicke in eine künstlerische Therapiestätte für benachteiligte Kinder aus Scheidungsfamilien, sowie für geflüchtete Kinder und Erwachsene. Es war für uns alle sehr beeindruckend zu sehen, welche Ziele das Atelier verfolgte und was durch diesen Ort therapeutisch erreicht werden kann.

Völlig beseelt von den positiven Informationen, die wir hier tankten, verbrachten wir die Stunden bis zum Mittagessen wieder in unseren Kleingruppen in der Stadt, um kurzfristige Spontankäufe in diversen Second-Hand-Läden zu tätigen oder einfach nur den Vibe der „Zülpicher“ zu genießen.

Als letzten gemeinsamen Punkt vor der Rückfahrt fanden wir uns zum Mittagessen in einem weiteren inklusiven Restaurant ein. „Wo ist Tom“ bietet Menschen mit Beeinträchtigungen die Chance und Aussicht auf eine langfristige Arbeitsstelle in der Gastronomie und zudem ein fantastisches Essen.

Ein paar von uns gingen danach erschöpft von all den Eindrücken noch einmal zurück ins Hostel, andere besichtigten noch eine Artothek (eine Bibliothek für Bilder) und wieder andere nutzten die letzte Gelegenheit, die Kölner Wirtschaft ein letztes Mal anzukurbeln.

Der Tag – und somit auch unsere dreitägige Klassenfahrt – neigte sich mit der Abfahrt nach Hannover am späten Nachmittag dem Ende zu. Wir blicken auf viele wertvolle, lustige und informative Eindrücke und Erlebnisse zurück. Wir sind dankbar, diese Zeit gemeinsam erlebt zu haben und uns einander so noch besser kennengelernt zu haben!

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